Heute stelle ich eine Band und ein Album vor, welche mir eine Herzensangelegenheit sind. Lasst euch nicht vom Namen des Albums täuschen, es ist bei weitem nicht so bedrückend wie Placebo. 😀 “Everything’s amazing and nobody is happy” von ABAY aus dem Jahre 2016.

Hier habe ich wieder viel gelernt. Meinen ersten Kontakt mit den Jungs hatte ich 2016 beim Gamescom Festival in Köln. Dort treten jedes Jahr ein paar Künstler auf, für lau! Unter anderem war Wanda Headliner und deswegen habe ich mich auch auf den Weg dorthin gemacht. Im Vorprogramm gab es drei Bands, zwei davon habe ich vergessen. Aber die eine Band, die ist im Gedächtnis geblieben. Und seitdem meine Lieblingsband aus Deutschand.

Ich glaube hier spielt tatsächlich auch die Größe eines Musikers eine Rolle. Auch wenn ich denke, dass ABAY deutlich mehr Zuhörer verdient hätten, so bietet es einem Fan aber die Chance, seinen Künstlern viel näher zu kommen. So habe ich ABAY bereits mit 30 Leuten im Stereo Wonderland gesehen. Oder traf die Dudes nach einem Gig in den Hängenden Gärten auf ein Bier. Da habe ich mich auch etwas mit Gitarrist Jonas Pfetzing unterhalten. Dem ein oder anderen dürfte er noch ein Begriff sein aus seiner Zeit bei Juli, wo er unter anderem an der “Perfeken Welle” mitgewirkt hat. 😀 Und was er da sagte war ein gutes Zeichen für eine Band, denn sinngemäß meinte er “Das ist das Beste, was mir passieren konnte mit Aydo (Abay) Musik zu machen. Früher habe ich ihn schon gefeiert und jetzt mache ich mit ihm Musik. Das ist Wahnsinn”. Es war wirklich Begeisterung die da raus kam. Das war war super schön zu sehen.

Und Aydo Abay ist auch einfach nur ein abgefuckt geiler Typ. Ewig lang Frontmann von Blackmail, die Szenekennern immer noch ein Begriff sind (Habe ich mir sagen lassen, ich selbst kannte Blackmail bis ich ABAY gehört habe nicht.  ) Wenn man ihn so sieht denkt man erstmal nicht, welche Seele der in sich schlummern hat.

Durch ABAY habe ich gelernt, meinen Blick noch weiter über den Tellerrand schweifen zu lassen. Es sind oftmals die kleinen Bands, die einem nicht sofort ins Auge springen, die aber mit so manchem populären Act den Boden aufwischen. Und ich habe es auch noch nicht ganz aufgegeben, die irgendwann nach Remscheid zu holen! Das wäre mein Highlight des Lebens für immer! 😀

Wenn ich das Album mit einem Wort beschreiben müsste würde ich sagen: Sphärisch. Handwerklich perfekt, Atmosphäre passt, Aydos Stimme prägnant. Auf einem anderen Album haben sie den meiner Meinung nach besten Song einer deutschen Band der letzten 20 Jahre veröffentlicht mit “Rhapsody in Red”.
Aber hier auf diesem Album sind die Highlights auf jeden Fall “The Queen is dead” mit einem Riff, das mich sich hat verlieben lassen in die Band. “Different Beds” weil es so unfassbar wuchtig ist, dass ich jedes mal Gänsehaut bekomme wenn ich daran denke. Und “A Boat” als zärtliches Gegengewicht und Entschleuniger.

PS.: Hier noch ein kleines Schmankerl für jeden, der mal unverbindlich rein hören will. 🙂 https://www.youtube.com/watch?v=MwGrqNJXQnc Das beste Medley aller Zeiten. Ich sage nur Scooter.